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lsbh: Überregionale sporthistorische Fachtagung 2020

Ort: Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt am Main, Deutschland, Landessportbund Hessen

Kategorie: Landessportbund Hessen e.V.
Zeitraum: am 14.05.2020 10:00h-16:15h

Lokale und regionale Sportgeschichte im Blick  
 

Sportgeschichte hat heute in Deutschland einen schweren Stand. Noch Ende 1980 gehörte Sportgeschichte in den Hochschulen neben der Sportmedizin und der Sportpädagogik zu den Hauptsäulen der Sportwissenschaften. Das hat sich aus unterschiedlichen Gründen seitdem völlig geändert. Dazu kommt, dass sportgeschichtliche Themen von den Vertretern der „Allgemeinen Geschichte“ in den Hochschulen bis heute wenig beachtet und in historischen Überblicksdarstellungen schon deshalb nicht erwähnt werden, weil dies für die „allgemeinen“ Historiker mit zusätzlichem Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden wäre.

Regionale Akzente setzen
Außerhalb der Hochschulen sind allerdings immer noch zahlreiche Experten tätig, die sich mit sportgeschichtlichen Fragen beschäftigen. 2003 wurde die Deutsche Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen (DAGS) gegründet. Wichtige regionale Akzente setzen das Nieder-sächsische Institut für Sportgeschichte (NISH) und das Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg.

Beim Landessportbund Hessen (lsb h) ist der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ aktiv, während beim Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern eine AG „Sportgeschichte“ mitwirkt. Dazu kommen Sportmuseen, wie beispielsweise das Deutsche Olympia- & Sportmuseum in Köln, das Pfälzische Sportmuseum in Hauenstein sowie einige Fußball- und Skimuseen gehören.

Deshalb trifft es sich günstig, dass von Sporthistorikern zunehmend die Auffassung vertreten wird, Besonderheiten der Sportentwicklung ließen sich unter lokal- und regionalgeschichtlichen Aspekten häufig besser erkennen als bei landesweiten Analysen. Aus diesen Gründen soll sich die nächste überregionalen Fachtagung des lsb h am 14. Mai 2020 vor allem mit der lokalen und regionalen Sportgeschichte befassen.

Das Eingangsreferat zum Thema „Sportgeschichte als regionale Alltagsgeschichte“ hat Professor Dr. Michael Krüger (Universität Münster) übernommen. Wir erwarten von diesem Beitrag auch Hinweise für die tägliche Arbeit vor Ort, zumal Professor Krüger Vorsitzender der DAGS ist. Dr. Jürgen Lotterer (Stadtarchiv Stuttgart), der in der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag mitarbeitet, wird anschließend über die „Sicherung von Sportüberlieferungen in Kommunalarchiven“ referieren. Für Sporthistoriker hat das Thema zentrale Bedeutung, weil es hier große Defizite gibt und ohne diese Überlieferungen keine lokale oder regionale Sportgeschichte geschrieben werden kann.

Für das abschließende Referat über „Ansatzpunkte einer Sport-Wirtschaftsgeschichte am Beispiel des History Marketing im Sport“ konnte Professor Dr. Ronald Wadsack (Salzgitter) gewonnen werden. Dabei geht es letztlich um die Frage, ob die Bedeutung lokaler Sportgeschichte künftig schon allein deshalb zunehmen wird, weil sie immer mehr auch als Marketinginstrument von Sportvereinen zu sehen ist.

Berichte über aktuelle Projekte
Dazu kommen noch Berichte über aktuelle Projekte von Dr. Gerhard Grasmann („Traditionspflege im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern“), Sonja Thiel („Sportsfreunde Weißenfels“), Christof Thöny („Virtuelles Geschichtsforum“) und Matthias Thoma (Geburtstagsfeier „120 Jahre Eintracht Frankfurt“). 

Peter Schermer
Wir hoffen wieder auf eine spannende Tagung, zu der wir alle Interessierten herzlich einladen. Bitte melden Sie sich per Mail bei Frau Ivonne Jahn (ijahn@lsbh.de) an.

Informationen und Anmeldeformular PDF
 

 

 
 
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