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veröffentlicht am 10.01.2013

Vereine sind für die Verkehrssicherheit von kommunalen Anlagen mitverantwortlich

Vor einiger Zeit mussten sich die Experten der ARAG Sportversicherung mit einer erheblichen Augenverletzung befassen, die sich ein 8-jähriger Jugendspieler während des Fußballtrainings auf der Platzanlage zugezogen hatte.

Den Verantwortlichen des Vereins war seit längerer Zeit bekannt, dass sich die im Eigentum der Kommune befindliche Platzanlage in keinem guten Zustand befand. Dies wurde auch mehrfach von der Platzwartin des Vereins gegenüber der Kommune angezeigt. Insbesondere wies sie in einem Schreiben darauf hin, dass die Ballfangnetze hinter dem Tor verschlissen seien und die Umzäunung der kompletten Anlage einen heruntergekommenen Eindruck mache. Die Kommune verhielt sich abwartend. Es wurden keinerlei Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Zustand der Sportanlage zu verbessern.

So kam es wie es kommen musste. Während eines Fußballtrainings verletzte sich der 8-jährige Jugendspieler am Auge. Der Ball war gegen den verschlissenen Ballfangzaun geprallt, dadurch löste sich ein verrostetes Drahtstück, geriet in das Auge des Jungen und verursachte die erhebliche Verletzung.
Die Eltern des Vereinsmitgliedes machten die Stadt schadenersatzpflichtig. Aufgrund der erheblichen Verletzung erhielt das verletzte Kind eine hohe Schmerzensgeldzahlung.

Nun bahnte sich zwischen Stadt und Verein eine Auseinandersetzung an, da die Kommune den Verein für das Zustandekommen des Personenschadens verantwortlich machte. Es kam schließlich zum Streit beim zuständigen Landgericht. Die Richter hielten die Klage für begründet und entschieden, dass sowohl die Stadt als auch der Verein für den Zustand der Sportanlage verkehrssicherungspflichtig seien.Diese Pflichten seien von beiden Parteien verletzt worden.

Besteht zwischen den Parteien kein Nutzungsvertrag, ist sowohl der Eigentümer (Stadt) als auch der Nutzer (Verein) gleichermaßen verkehrssicherungspflichtig. Im Ergebnis führte dies dazu, dass der Sportversicherer als Haftpflichtversicherer des Vereins die Hälfte der Schadensumme zu übernehmen hatte. Das Gericht wies ausdrücklich darauf hin, dass der Verein sich nicht dadurch entlasten kann, dass die Stadt nicht für die Instandsetzung gesorgt hatte, obwohl entsprechende Hinweise von Seiten des Vereins erfolgt waren. Der bekannte schlechte Allgemeinzustand der Anlage hätte den Verein dazu veranlassen müssen, gegebenenfalls die Benutzung der Anlage zu unterlassen.
Quelle: aragvid-arag 12/12

Ihr lsb h – Vereinsmanagement: Vereinsförderung und –beratung
 
 
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