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veröffentlicht am 27.05.2013

Schlagfertig nicht nur mit den Fäusten ...

Regina Halmich zu Gast beim Sportkreis Rheingau_taunus

Idstein – (MRM) Im Rahmen der hochkarätigen Vortragsreihe des Sportkreises Rheingau-Taunus sprach die ehemalige Weltklasseboxerin und langjährige Weltmeisterin Regina Halmich zum Thema „Königin im Ring – Vorbild in der Gesellschaft“. Die rund 200 Zuhörer im Casino der Firma Ernst Schmitz Logistics in Idstein erlebten einen weiteren glanzvollen Vortragsabend..
Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt zeigte sich erfreut, dass erneut auch viele Schülerinnen und Schüler zu dieser Veranstaltung, mit der man den Sport mit all seinen Facetten vermitteln wolle, gekommen waren. Zudem konnte er eine Reihe von Ehrengästen begrüßen (s. Kasten), darunter auch Gastgeber Ernst Schmitz, dem er für die Unterstützung dankte. Sein Gruß galt natürlich auch Regina Halmich, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit des Sports und des öffentlichen Lebens.
„Für Regina Halmich gibt es neben Boxkönigin viele weitere Superlative“, stellte Werner Schaefer, der diesen Abend erneut Kompetent und souverän moderierte, zu Beginn der Veranstaltung fest.
Die ehemalige Profiboxerin, die zwölf lang ungeschlagene Weltmeisterin war, zog die Zuhörer mit ihrer natürlichen und offenen Art sofort in ihren Bann. Mit launischen Worten berichtete sie, dass sie früh erkannt habe, dass „Kampfsport ihr Ding“ sei. Nach ersten Erfolgen im Kickboxen sei sie im Alter von 15 Jahren zum Boxen gewechselt. Anfangs habe sie allerdings nur wenig Anerkennung erfahren. „Heute genieße ich es, dass sich das geändert hat.“ Dies werde eindrucksvoll durch viele Auszeichnungen (z. B. 4 mal „Sportlerin des Jahres“) unter Beweis gestellt.
Ihren ersten WM-Kampf in Las Vegas habe sie unglücklich verloren und danach von der Presse zerrissen worden. „Diese Niederlage hat mich stark gemacht und ich habe mir geschworen, das ich so etwas nie mehr erleben wollte.“ Von den folgenden 48 WM-Kämpfen verlor sie nur einen, einer endete Unentschieden – wahrlich eine stolze Bilanz. „Durch Sport lernt man Disziplin, Respekt, das Befolgen von Regeln usw. und das hilft auch im Leben“, wusste die 36-jährige zu berichten. „Wenn man Erfolg haben und etwas erreichen will, muss man auch etwas dafür tun.“
Viele Lacher hatte die Karlsruherin auf ihrer Seite, als sie über ihren Showkampf gegen Stefan Raab sprach. Er habe sie lange provoziert, um diesen Kampf zu bekommen und es sei ihr eine gewisse Genugtuung gewesen, dass sie ihn niedergeschlagen und ihm dabei die Nase gebrochen habe. Auch dieser Schaukampf habe zu ihrer Popularität beigetragen.
„Man muss aufhören, wenn es am schönsten und am schwersten ist“, resümierte sie über ihr Karriereende. „Manche verpassen diesen Zeitpunkt.“ Ihr Traum sei immer Olympia ihr Traum gewesen, doch sei Frauenboxen zu spät olympisch geworden.
Im letzten Teil des Interviews berichtete die sympathische Karlsruherin über ihr vielfältiges soziales Engagement (z. B. für ein Projekt des lsb h zum Thema „Gewalt gegen Frauen“), durch das ihr große gesellschaftliche Anerkennung zuteil werde. Eine klare Absage hatte sie für Auftritte im „Dschungelkamp“ etc parat: „Ernsthafte Sportler machen solche Formate nicht“, wofür sie Szenenapplaus erhielt. Zum Abschluss hatte sie noch einen Rat: Du musst authentisch sein – das spüren die Leute.“ Dies ist Regina Halmich an diesem Abend in Idstein zweifellos zu jeder Zeit in grandioser Weise gelungen.
Der Sportkreisvorsitzende und seine Stellvertreterin Uschi Ferry überreichten Regina Halmich und Werner Schaefer als Dankeschön für den kurzweiligen und interessanten Abend Präsentkörbe, die Rewe zur Verfügung gestellt hatte. Im Anschluss stand die Referentin den Zuhörern für Fragen und Autogrammwünsche zur Verfügung.
Ehrengäste: Peter Beuth (Generalsekretär der CDU Hessen), Marius Weiß (MdL), Ernst Schmitz (Gastgeber), Heinz Juhnke (Kreisbeigeordneter im Rheingau-Taunus-Kreis), Andre Stolz (Vors. der CDU-Kreistagsfraktion), Gerhard Krum (Bürgermeister von Idstein), Christian Herfurth (Stadtverordnetenvorsteher von Idstein), Dr. Edmund Nickel (lsb h), Peter Dinkel 8Sportkreis Offenbach), Norbert Möller (Sportkreis Hochtaunus), Helmut Herrmann (GF des Partnerkreises Saale-Orla), Michael Meurer (GF des Bundes Deutscher Fußballlehrer), Stefan Eidenmüller (Naspa), Frank Wahl (Barmer), Thorsten Vogl (Rewe) sowie weitere Vertreter aus Sportvereinen und Verbänden.


Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (l.), seine Stellvertreterin Uschi Ferry (2.v.r.) und Gastgeber Ernst Schmitz (3.v.l.) begrüßten Boxkönigin Regina Halmich (2.v.l.) und Moderator Werner Schaefer (r.) in Idstein. Foto: MRM


Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (am Rednerpult) konnte rund 200 Zuhörer zum Vortrag von Regina Halmich begrüßen. Foto: MRM


Werner Schaefer (r.) moderierte in gewohnt souveräner und kompetenter Manier das Gespräch mit Regina Halmich. Foto: MRM


Gruppenbild mit Präsent (v.l.): Idsteins BM Gerhard Krum, Thorsten Vogl (Rewe), Gastgeber Ernst Schmitz, Regina Halmich, Sportkreisvorsitzender Manfred Schmidt, seine Stellvertreterin Uschi Ferry und Moderator Werner Schaefer. Foto: MRM


Autogramme von Regina Halmich waren auch in Idstein gefragt. Foto: MRM

Wiesbadener Tagblatt 24.5.2013
 
 
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