« zurück zur Übersicht
veröffentlicht am 26.03.2014

Weiterer Glanzpunkt in der Vortragsreihe

Steffi Jones zu Gast beim Sportkreis


Steffi Jones berichtete authentisch über ihr bisheriges Leben und betonte, dass ihr der Fußball viel gegeben habe. Links im Bild: Moderator Werner Schaefer

Idstein – (MRM) Einen weiteren Glanzpunkt setzte der Sportkreis Rheingau-Taunus mit der ehemaligen Fußballnationalspielerin und heutigen DFB-Direktorin Steffi Jones im Rahmen seiner hochkarätigen Vortragsreihe. Ihr Thema lautete „Steffi Jones – Ihr Leben und Wirken in einer Männerdomäne.“ Die mehr als 200 Zuhörer im Casino der Firma Ernst Schmitz Logistics in Idstein erlebten einen kurzweiligen und informativen Vortragsabend.
Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt zeigte sich erfreut, dass erneut auch viele Schülerinnen und Schüler zu dieser Veranstaltung, mit der man den Sport mit all seinen Facetten transportieren wolle, gekommen waren. Zudem konnte er eine Reihe von Ehrengästen begrüßen (s. Kasten), darunter der neue Hessische Staatsminister des Inneren und für Sport, Peter Beuth, und Gastgeber Ernst Schmitz, der dieses Mal das Schlusswort sprach und dem er für die Unterstützung dankte. Beuth betonte in seinem Grußwort, dass er immer sehr gerne zu dieser Vortragsreihe komme und bescheinigte Schmidt und dem Sportkreis, dass hier hervorragende Arbeit geleistet werde. Dem schloss sich auch Idsteins Bürgermeister Christian Herfurth uneingeschränkt an.
In seiner Einleitung brachte Schmidt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass erneut gelungen sei, eine  „außergewöhnliche Persönlichkeit des Sports“ als Referentin zu verpflichten. Steffi Jones setzte sich nachhaltig für Integration ein, ein Thema, das auch der Sportkreis seit Längerem verfolge.
Der Leiter des Olympiastützpunkts Werner Schaefer hatte die Moderation übernommen, die er gewohnt souverän und fachkundig absolvierte. Er bezeichnete Steffi Jones in Anspielung auf ihre Tätigkeit als OK-Chefin für die Frauen-Fußball-WM als „Kaiserin“. Die 42-jährige berichtete im Anschluss offen und authentisch über ihr Leben („Der Fußball hat mir viel gegeben“) und zeigte sich dabei schlagfertig und kurzweilig. Sie stamme aus einfachen Verhältnissen und habe bisher viele Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Sie habe im Alter von 4 Jahren in Frankfurt-Bonames mit dem Kicken begonnen und 10 Jahre mit Jungs gespielt. „Ich war immer mehr Junge als Mädchen und wurde auch diskriminiert, aber ich habe mir durch Leistung Anerkennung erworben.“ Dadurch habe sie Selbstbewusstsein getankt und Durchsetzungsfähigkeit entwickelt. In ihrem Beruf als Groß- und Außenhandelskauffrau habe sie den Aufstieg geschafft, ehe sie sich im Jahr 2000 entschied Profifußballerin zu werden.
Von 1993 bis 2007 absolvierte sie 111 Spiele in der Nationalmannschaft. Auch ihre Erfolge können sich sehen lassen: Weltmeisterin, Europameisterin (3x), Olympia-Bronze (2x), UEFA-Cup-Siegerin (2x), Deutsche Meisterin (6x), DFB-Pokal-Siegerin (4x) und US-Meisterin. Im Nationalteam („ein tolles Gefühl für das Vaterland zu spielen“) habe sie sich „mit Demut in die Hierarchie reinarbeiten“ müssen.
Im Jahr 2007 erwarb sie die Fußball-Lehrer-Lizenz und hatte viele Pläne. Doch dann kam der Anruf des damaligen DFB-Chefs Theo Zwanziger, der sie fragte, ob sie OK-Chefin für die Frauen-Fußball-WM werden wolle. „Ich hatte Ehrfurcht vor dieser Aufgabe, aber ich habe es geschafft, weil ich ich selbst geblieben bin“, so Jones. „Diese Tätigkeit war einzigartig und für mich eine andere Welt.“
Die Frage von Schaefer, ob Frauen auch Männer trainieren können, konterte Jones mit den Worten „Das kann nur ein Mann fragen“. Allerdings sei die Zeit dafür noch nicht reif und es sei sehr schwer sich im Männerbereich durchzusetzen.
Abschließend berichtete die ehemalige Nationalspielerin offen über ihre gleichgeschlechtliche Beziehung und die geplante Hochzeit. „Es erfordert viel Mut an die Öffentlichkeit zu gehen“, wusste sie zu berichten. Im Anschluss stand die Referentin den Zuhörern für Fragen zur Verfügung.
Der Sportkreisvorsitzende überreichte Steffi Jones und Moderator Werner Schaefer als Dankeschön für sehr interessanten Vortrag Präsentkörbe, die REWE zur Verfügung gestellt hatte. Nach der Veranstaltung musste Steffi Jones unzählige Autogrammwünsche erfüllen.
 
Ehrengäste:
Peter Beuth (Hess. Staatsminister des Inneren und für Sport), Ernst Schmitz (Gastgeber), Heinz Juhnke (Kreisbeigeordneter im Rheingau-Taunus-Kreis), Christian Herfurth (Bürgermeister von Idstein), Gerhard Krum (Ex-Bürgermeister von Idstein), Rolf Byron (Vors. Turngau Mitteltaunus), Stefan Eidenmüller (Naspa), Erica Fischbach (Bob und Schlittenverband),Jürgen Gerndt (Ehrenvors. des Sportkreises), Berhard Hauer (E. Schmitz Logistics), Axel Kittler (REWE), Karl-Heinz Petry (Staatskanzlei), Lothar Räcke (Hess. Innenministerium), Gerhard Rüppel (Kreisfußballwart), Frank Wahl, Heike Sonnabend (beide Barmer), Marius Weiß (MdL) sowie weitere Vertreter aus Sportvereinen, Verbänden und Politik.


Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (r.) dankte Steffi Jones (2.v.r.) und Moderator Werner Schaefer (2.v.l.) mit Präsentkörben für ihre Ausführungen. Mit im Bild Gastgeber Ernst Schmitz ((Mitte) und der Hessische Staatsminister Peter Beuth (l.) . Foto: MRM


Autogramme von Steffi Jones waren heiß begehrt, die Schlange der Autogrammjäger nahm kein Ende. Foto: MRM


v.l. Ernst Schmitz, Steffi Jones, Manfred Schmidt. Foto: MRM


Gruppenbild mit Dame (v.l.): Moderator Werner Schaefer, Sportkreisvorsitzender Manfred Schmidt, Referentin Steffi Jones, Gastgeber Ernst Schmitz und Idstein Bürgermeister Christian Herfurth.  Foto: MRM


Das Casino der Firma Ernst Schmitz war bis auf den letzten Platz besetzt. In der vorderen Reihe (v.l.): Gastgeber Ernst Schmitz, Referentin Steffi Jones, der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt und Staatsminister Peter Beuth. Foto: MRM
27.3.2014 Wiesbadener Kurier

 
 
 
Facebook Account RSS News Feed