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veröffentlicht am 10.11.2014

Minister Beuth wirbt für Olympiakandidatur

Vortrag beim Sportkreis Rheingau-Taunus



Der hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth (am Rednerpult) sprach sich beim Sportkreis Rheingau Taunus für eine Olympiabewerbung Deutschlands aus. Foto: MRM

Rheingau-Taunus-Kreis/Idstein – (MRM) Im Rahmen seines Vortrags beim Sportkreis Rheingau-Taunus zum Thema „Die Rolle des Sports in der Gesellschaft – Unterstützung durch die Politik“ warb der hessische Minister des Inneren und für Sport Peter Beuth für Olympiakandidatur Deutschlands. Rund 100 Zuhörer waren in den Schulungsraum der Naspa Idstein gekommen, um die Ausführungen des Ministers zu verfolgen.
Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt konnte zu dieser Veranstaltung auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen (s. Kasten), darunter Landrat Burkhard Albers, Idsteins Bürgermeister Christian Herfurth und Gastgeber André Weinandy (Naspa). Schmidt zeigte sich erfreut, dass es dem Sportkreis erneut gelungen sei, einen hochkarätigen Referenten für die beliebte Vortragsreihe zu gewinnen. Zuvor ehrte der Sportkreis den Nachwuchs-Judoka Fabian Birk vom TV Michelbach der in der Kategorie Nage no Kata u. a. zweimal Hessenmeister und in diesem Jahr Deutscher Vizemeister geworden ist.  Auch die Luftpistolenschützen von Falke Dasbach - Jörg Bommersheim, Heiko Litterscheid, Uwe Töns, Matthias Schwender, Christoph Göbel und Alexander Gangluff – wurden für den Aufstieg in die Bundesliga geehrt.
In seiner Einleitung unterstrich Schmidt, dass die in Deutschland existierende Vereinsarbeit einzigartig sei. „Das ist gut und so soll es bleiben. Wir sind natürlich für jegliche Unterstützung dankbar und auch darauf angewiesen um unsere für die Gesellschaft so wichtige Aufgabe erfüllen zu können“, machte der Sportkreisvorsitzende deutlich. „Wir hören gerne klare Aussagen wie Sie sie diese kürzlich gegenüber dem Landessportbund zum Ausdruck gebracht haben.“ Damit spielte Schmidt auf eine Aussage des Ministers beim lsb h an, in der er auf einen Erlass seines Amtsvorgängers und heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier aus dem jahr 2007 hingewiesen hatte. Dieser besagt, dass Ausgaben defizitärer Kommunen zur Förderung des Sports nicht als freiwillige Leistungen anzusehen sind, die einfach gestrichen werden können.
Beuth, der zu Beginn dem Sportkreis eine finanzielle Zuwendung überreichte, betonte zu Beginn seines Referats, dass er sich für eine Kandidatur Deutschlands um die Olympischen Spiele im Jahr 2014 einsetzen werde. „Wenn wir uns darüber freuen, dass ein junger Sportler sich die Teilnahme an den olympischen Spielen zum Ziel setzt, denn müssen wir auch bereit sein, diese zu übernehmen.“ Das „Sommermärchen2 bei der Fußball-WM 2006 habe nachdrücklich gezeigt, dass eine solche Veranstaltung einen Aufschwung beim Sport bewirke und zudem in die Infrastruktur investiert werde.
Beuth sprach allen im Sport ehrenamtlich Tätigen seine Anerkennung für ihr großartiges Engagement aus („ein unschätzbarer Dienst für die Gesellschaft“). Im Anschluss beleuchtete der Minister die unterschiedlichen Facetten des Sports und betonte, dass der Sport aufgrund seiner besonderen Rolle jedwede Unterstützung verdient habe.
Angesichts der Tatsache, dass es in Hessen 8000 Vereine mit rund 2 Millionen Mitgliedern gibt, betonte er, dass „Hessen ein Sportland“ sei. Die Sportförderung in Hessen könne sich sehen lasse und funktioniere parteiübergreifend. „Das Land investiert jährlich 50 Millionen Euro in den Sport, weitere 250 Millionen steuern die Kommunen bei“, so Beuth. „Und das ist gut investiertes Geld, das sowohl dem Breiten- wie dem Leistungssport zugute kommt.“ Sport sei eine Bürgerbewegung im positiven Sinne und habe in der Gesellschaft eine stabilisierende Wirkung. Zugleich habe der Sport eine soziale Funktion, denn er führe Menschen zusammen und überwinde Grenzen (z. B. Inklusion und Integration). Aktuelles Beispiel dafür sei der Einsatz der Vereine für die Flüchtlinge. „Das ist gelebte Volkerverständigung und zeigt die friedensstiftende Funktion des Sports“, konstatierte Beuth.
In der anschließenden Diskussion wurde Kritik an der Landesregierung laut, die auf ausgeglichene Haushalte der Kommunen dränge. Dies führe dazu, dass die Städte und Gemeinden Nutzungsgebühren für Sportstätten einführen müssten, was die Vereine erheblich belaste und auch Auswirkungen auf das Ehrenamt habe. Beuth erwiderte auf diesen Vorwurf, dass man viele Jahre mehr ausgegeben als eingenommen habe. „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt und immer neue Schulden gemacht“, erklärte der Sportminister. „Aber im Sinne der Generationengerechtigkeit finde ich es nicht fair, unsere Kinder das zahlen zu lassen, was wir uns leisten.“ Zudem wies Beuth darauf hin, dass Hessen große Summen für den Länderfinanzausgleich zahlen müsse. 
Der Sportkreisvorsitzende dankte Beuth für den interessanten Vortrag und das klare Bekenntnis zur Unterstützung des Sports. „Sport braucht einen sicheren Boden“, betonte Schmidt.
Zusammen mit seiner Stellvertreterin Uschi Ferry überreichte er Beuth einen Präsentkorb, den REWE zur Verfügung gestellt hatte. Das Schlusswort sprach einer Tradition folgend Idsteins Bürgermeister Christian Herfurth, der das Engagement seiner Stadt für den Sport kurz skizzierte. Text: Michael Reitz
 
Ehrengäste:
André Weinandy (Naspa – Gastgeber), Burkhard Albers (Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises), Christian Herfurth (Bürgermeister von Idstein), Marius Weiß (MdL), Roland Wolf (Sportdezernent von Idstein), Jürgen Gerndt (Ehrenvors. des Sportkreises), Lothar Räcke (Referatsleiter im Innenministerium), Ernst Schmitz, Bernhard Hauer (beide E. Schmitz Logistics), Rolf Byron (Vors. des Turngaus Mitteltaunus), Gerhard Rüppel (Kreisfußballwart), Andre Stolz (Vors. der CDU-Kreistagsfraktion), Axel Kittler (REWE) sowie weitere Vertreter aus Sportvereinen und Verbänden.


Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (3.v.l.) ehrte erfolgreiche Sportler aus dem Kreis (v.l.) Jörg Bommersheim, Florian Birk, Heiko Litterscheid, Uwe Töns, Matthias Schwender, Christoph Göbel und Alexander Gangluff.  Foto: MRM

Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (l.) und seine Stellvertreterin Uschi Ferry (2.v.r.) überreichten Sportminister Peter Beuth einen Präsentkorb. Mit im Bild Axel Kittler (r./REWE). Foto: MRM

7.11.2014 Wiesbadener Kurier , Bildergalerie MdL Peter Beuth
 
 
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