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veröffentlicht am 24.02.2016

Kommunalpolitikern auf den Zahn gefühlt

Sport trifft auf Politik

Kommunalpolitikern auf den Zahn gefühlt


Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (r.)stellte seine Mitstreiter und die teilnehmenden Politiker der im Kreistag vertretenen Parteien vor. Foto: MRM

Rheingau-Taunus-Kreis/Taunusstein –  Im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen hatten der Sportkreis Rheingau-Taunus, der Turngau Mitteltaunus und der Fußballkreis Rheingau-Taunus gemeinsam Politiker aller im jetzigen Kreistag vertretenen Parteien eingeladen, um ihnen zum Thema Engagement für den Sport intensiv auf den Zahn zu fühlen. Zwar sind sich alle Politiker – von links bis rechts – einig, dass der Sport eine wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgabe erfüllt und dass das Ehrenamt hohe Wertschätzung genießt, doch die Zusagen hinsichtlich der künftigen Unterstützung für Sportvereine wurden nicht immer bei allen transparent.
Der Vorsitzende des Sportkreises Rheingau-Taunus, Manfred Schmidt, hieß zunächst seine Mitstreiter Rolf Byron (Turngau Mitteltaunus), Gerhard Rüppel (Fußballkreis Rheingau-Taunus) und Helmut Heisen (stv. Sportkreisvorsitzender) sowie rund 40 Vertreter aus den Mitgliedsvereinen willkommen. Als Vertreter der Parteien begrüßte er Joachim Reimann (CDU), Stefan Müller (FDP), Inga Rossow (Freie Wähler), Ingrid Reichbauer (Bündnis90/Die Grünen), Marius Weiß (SPD) und Benno Pörtner (Die Linke).
Schmidt machte deutlich, dass der Sportkreis rund 270 Vereine im Kreis mit rund 71.000 Mitgliedern vertrete. Er erläuterte, dass die rund 5600 Ehrenamtlichen im Kreis jährlich eine Arbeitsleitung von rund 900.000 Stunden erbringen. Schmidt unterstrich, dass er und seine Mitstreiter die Wahlprogramme der Parteien durchforstet hätten, um die Programmpunkte zum Thema Sport hinterfragen zu können. Dabei wolle man sich auf die Bereiche Ehrenamt, Integration/Flüchtlinge, Sportförderung, Schule + Verein sowie Hallenbenutzungsgebühren konzentrieren. In diesem Zusammenhang verwies er auch darauf, dass der Sport in der Hessischen Verfassung verankert sei und seine Förderung keine freiwillige Leistung darstelle.
In der folgenden Fragerunde wurde deutlich, dass alle betonten, sie seien gegen die Einführung von Hallennutzungsgebühren trotz der Auflagen des Schutzschirmes und dass sie eine Gegenfinanzierung für denkbar halten. Auch darüber, dass der Sport bei den Themen Flüchtlinge und Integration hervorragende Arbeit leiste, gab es einmütige Zustimmung.    
Die Veranstalter konfrontierten die Politiker mit den Aussagen aus ihren Wahlprogrammen und forderten dazu detaillierte Informationen.
Joachim Reimann bestätigte, dass Sportförderung keine rein freiwillige Leistung sei und dass der Sport in Hessen Verfassungsrang besitze. Er sprach sich dafür aus, das Ehrenamt „nachhaltig zu stärken“ und hob die wertvolle Arbeit der Vereine bei den Themen Flüchtlinge und Integration hervor. Marius Weiß, erklärte, dass er sich dafür einsetze, dass die Förderung des Sportstättenbaus durch den Kreis nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen dürfe und dass die Sportlerehrung erhalten werden müsse. Dieser Aussage von Weiß stimmte auch Ingrid Reichbauer zu, allerdings nicht ohne den Hinweis auf die geringen finanziellen Spielräume. Sie plädierte für ein „hochwertiges Sport- und Freizeitangebot im Kreis“ aus, ließ jedoch den Weg dahin offen.
Pörtner („Der Kreis ist pleite!“) wies ebenfalls auf die geringen finanziellen Spielräume hin und unterstrich, dass der Kreis die Verpflichtung habe, die Ausgaben zu kürzen und die Einnahmen zu erhöhen. Müller sprach sich für die Beibehaltung der Vereins- und Sportförderung aus und lobte das Engagement des Sports in Sachen Integration. Inga Rossow fand lobende Worte für das Projekt „Schule +Verein“ und die Integrationsbestrebungen.
Rolf Byron erklärte in seinem Schlusswort, dass man trotz Nachfragen zu vielen Themenbereichen leider teilweise wenig konkrete Antworten erhalten habe. Zudem wünschten sich die Sportvereine, dass man bei politischen Entscheidungen, die den Sport beträfen, früher in die Gespräche einbezogen werde. Text: Michael Reitz/Helmut Heisen


Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (r.) begrüßte die Vertreter der Parteien. Im Bild (v.l.) Inga Rossow (Freie Wähler), Stefan Müller (FDP) und Joachim Reimann (CDU). Foto: MRM


Zahlreiche Vertreter von Verbänden und Vereinen verfolgten die Anhörung der Kommunalpolitiker im Vorfeld der Wahlen.. Foto: MRM

Wiesbadener Tagblatt 18.2.2016,


 
 
 
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