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veröffentlicht am 13.01.2017

Landratskandidaten auf den Zahn gefühlt

Wie stehen die Kandidaten zu Fragen des Sports?

Landratskandidaten auf den Zahn gefühlt


Gutgelaunt stellten sich die Akteure zum Gruppenbild: In der vorderen Reihe die Landratskandidaten (v.l.) Benno Pörtner, Andreas Monz und Frank Kilian; dahinter die Sportfunktionäre (v.l.) Helmut Heisen (Sportkreis), Erich Herbst (Fußballkreis), Uschi Ferry (Sportkreis), der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt, Rolf Byron und Frank Stübing (beide Turngau).        Foto: MRM
 
Rheingau-Taunus-Kreis –  (MRM) Unter dem Motto „Sport trifft Landratskandidaten“ hatten der Sportkreis Rheingau-Taunus, der Turngau Mitteltaunus und der Fußballkreis Rheingau-Taunus im Vorfeld der Landratswahlen im Rheingau-Taunus-Kreis die drei Kandidaten – Frank Kilian (parteilos), Andreas Monz (CDU) und Benno Pörtner (Die Linke) – eingeladen, um ihnen im Rahmen einer Anhörung zum Themenbereich Sport intensiv auf den Zahn zu fühlen. Es bestand Einigkeit darin, dass der Sport eine wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgabe erfüllt und dass das Ehrenamt hohe Wertschätzung genießt.
Der Vorsitzende des Sportkreises Rheingau-Taunus, Manfred Schmidt, hieß zunächst seine Mitstreiter Uschi Ferry, Helmut Heisen (beide stv. Sportkreisvorsitzende) Rolf Byron, Frank Stübing (beide Turngau Mitteltaunus) und Erich Herbst (Fußballkreis Rheingau-Taunus) sowie die Vertreter aus den Mitgliedsvereinen willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Hessischen Minister des Inneren und für Sport, Peter Beuth. Schmidt machte deutlich, dass der Sportkreis rund 270 Vereine mit mehr als 70.000 Mitgliedern vertrete. Die mehr als 5600 Ehrenamtlichen erbrächten eine hohe Leistung, die es durch Unterstützung durch die Politik zu erhalten gelte. „Wir, der Sport, wissen um unseren gesellschaftlichen Auftrag, ohne den soziale Netze zusammenbrechen würden. Das ist dauerhaft nur mit Unterstützung der Politik als Partner – auch zum Nutzen des Rheingau-Taunus-Kreises – nachhaltig möglich“, so Schmidt. „Dazu gehört aus unserer Sicht der ständige Dialog.“  
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in deren Rahmen die Kandidaten auch ihr bisheriges Engagement im und für den Sport erläuterten, ging es in medias res. Die Sportverbände hatten sechs Themenbereiche ausgewählt, zu denen die Kandidaten ihre künftigen Aktivitäten und Pläne erläutern sollten: Sportförderung im Kreis, Sportangebote/-förderung für Kinder und Jugendliche, Ehrenamt, Sport mit Flüchtlingen/Integration von Migranten, Schule und Verein sowie Sport und Gesundheit.
Alle drei Kandidaten unterstrichen, dass sie selbst aktive Sportler seien und hoben zudem hervor, dass der Sport einen „wichtigen gesellschaftlichen Kitt“ darstelle. Einigkeit auch beim Thema Hallennutzungsgebühren: die Kandidaten sprechen sich vehement dagegen aus. Monz warnte davor, den Haushalt durch Hallennutzungsgebühren zu sanieren. Unisono wurde das Engagement der Vereine und der Ehrenamtlichen gelobt, z. B. auch bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten. Kilian will sich dafür einsetzen, bürokratische Hürden abzubauen, um das Ehrenamt für jüngere Menschen attraktiv zu machen und so eine Verjüngung in den Vereinsvorständen zu erreichen. Pörtner schlug vor, dass Ehrenamtler eine Kostenerstattung erhalten. Eine noch engere Zusammenarbeit von Vereinen und Schulen wird von allen Kandidaten befürwortet. Die Vereine könnten sich im Rahmen Aktionstagen an den Schulen präsentieren, um so eine engere Vernetzung zu erreichen, lautete ein Vorschlag von Monz. Die prekäre finanzielle Situation des Kreises ist Kilian, Monz und Pörtner bewusst. Daher könne der Kreis beispielsweise bei der Integration von Flüchtlingen eher beratend, vermittelnd und mit Know-how als mit Geld zur Seite stehen.
Schließlich stand die Frage einer persönlichen Vision im Raum: Kilians Idee lautet, ein Kinder- und Jugendcamp zu veranstalten, bei dem auch junge Menschen aus schwierigen Verhältnissen teilnehmen. Monz plädierte für ein Kreisleistungszentrum zur Talentförderung. Pörtner dagegen schlug vor, den Integrationsgedanken nicht nur auf Flüchtlinge und Migranten zu begrenzen, sondern auch Menschen, die im gesellschaftlichen Abseits stehen, einzubeziehen, damit diese nicht enttäuscht werden und ihre Enttäuschung anderweitig kanalisieren. 
In seinem Schlusswort unterstrich Rolf Byron, dass zwischen Landrat und Sport eine enge Partnerschaft angestrebt werde. „Wir brauchen uns gegenseitig, um die Herausforderungen, vor denen wir stehen, gemeinsam bewältigen zu können“, machte er deutlich. „Wir wollten deutlich machen, dass die Zukunftsfähigkeit des Kreises eng mit der Zukunftsfähigkeit des Sports verbunden ist.“ Ziel sei es, wie Manfred Schmidt eingangs erläutert habe, einen regelmäßigen Dialog mit dem künftigen Landrat zu führen, um Konzepte und Strategien zu entwickeln. „Wir bieten dem neu gewählten Landrat unsere faire, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit an“ so Byron abschließend.
 

Auch der Hessische Minister des Inneren und für Sport Peter Beuth (2.v.l.) verfolgte die Ausführungen der Kandidaten zum Themenbereich Sport. Foto: MRM
 
 
 
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