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veröffentlicht am 28.11.2018

„Keine Zeitlupe, sondern live . . .“

Béla Rhéty zu Gast beim Sportkreis

„Keine Zeitlupe, sondern live . . .“


Nach dem Vortrag stellten sich der Referent Béla Réthy (4.v.r.) und der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt (3.v.r) zusammen mit (v.l.) Funda Senkul (Haus der Schönheit), Martin Stopler (Naspa),Uschi Ferry (Sportkreis), Axel Kittler (Rewe), Karin Paffhausen, Martin Zimmermann (beide Naspa), Gabi Mernberger (Rewe) und Landrat Frank Kilian zum Gruppenbild. Foto: MRM

Rheingau-Taunus-Kreis/Idstein – (MRM) Seine sonore Stimme kennt fast jeder, der sich für Sport interessiert, doch welches Gesicht steckt dahinter? Die Rede ist von ZDF-Sportkommentator Béla Réthy, der jetzt beim Sportkreis Rheingau-Taunus im Rahmen eines Vortragsabends in der Naspa in Idstein unter dem Motto „Die Länderspiele meines Lebens“ über seine eindrucksvollsten Erlebnisse im Rahmen seines Reporterlebens berichtete.
Der Sportkreisvorsitzende Manfred Schmidt zeigte sich in seiner Begrüßung erfreut darüber, dass es dem Sportkreis erneut  gelungen sei, mit Béla Réthy eine außergewöhnliche Persönlichkeit aus der Welt des Sports für diesen Vortragsabend zu gewinnen.Der besondere Gruß von Schmidt galt Landrat Frank Kilian sowie den Gastgebern von der Naspa – Karin Paffhausen, Martin Stopler und Martin Zimmermann. Darüber hinaus konnte er als Ehrengäste Jörg Janson (Stadt Idstein), Frank Stübing (Turngau Mitteltaunus), Axel Kittler und Gabi Mernberger (beide Rewe) sowie vom neuen Sponsor „Haus der Gesundheit“ begrüßen. Last, but not least begrüßte er den Stargast des Abend: Béla Réthy, der einmal über sich selbst gesagt hatte: „Ich habe den großartigsten Job der Welt. Manchmal ist jedoch die Strecke vom Gehirn zum Mund kurz und erst beim Sprechen realisiert man, dass man den Gedanken vielleicht doch besser für sich behalten hätte … doch dann ist es zu spät.“
Für diese Veranstaltung hatte der Sportkreis-Vorstand erneut die Interviewform gewählt, wobei Vorstandsmitglied Uschi Ferry als Interviewerinnen fungierte. Réthy, der ungarischer Herkunft ist und 1956 in Wien geboren wurde, lebte bis zum 12 Lebensjahr in Brasilien, einem Land das von Fußball geprägt wird. „Ich habe schon damals die Radioreporter imitiert“, erinnerte sich der Sportjournalist. 1968 kehrte die Familie nach Europa zurück. Nach dem Studium heuerte Réthy 1987 beim ZDF an. Zunächst kommentierte er Motorsport, Wintersport und Wasserball. 1991 kommentierte er live sein erstes Fußballspiel; es folgten rund 400 weitere Livereportagen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie in der Champions-League, darunter viele Endspiele. An das Halbfinale bei der WM 2014 zwischen Deutschland und Brasilien erinnert er sich gut. „Man erwartete ein spannendes Spiel und dann stand es nach 30 Minuten 5:0. Das war schwierig, denn ich hatte Mitleid mit Brasilien“, erklärte der Sportreporter. Mittlerweile Kultstatus genieße sein Satz „Meine Damen und Herren, das ist keine Zeitlupe, sondern live!“, beim WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Südkorea. „Dieses Ballgeschiebe war einfach nur grausam!“
Im Anschluss stand der Sportjournalist den Zuhörern für Fragen zur Verfügung. Dabei wurde deutlich, dass Réthy die Kommerzialisierung des Fußballs sehr kritisch sieht. „Fifa-Boss Blatter war gegenüber Infantino ein Pastor – schlimmer geht es wirklich nicht! “, so seine klare Ansage. Auch hinsichtlich der deutschen Nationalmannschaft hat der Kommentator eine klare Meinung: „Die Nibelungentreue von Löw zu einigen verdienten Spielern ist falsch. Er hat den Umbruch zu spät und nicht radikal genug eingeleitet.“ Natürlich durfte auch die Frage, wer Deutscher Fußballmeister wird, nicht fehlen. „Ich glaube, dass es die Bayern noch schaffen, wobei ich mir einen neuen Deutschen Meister wünschen würde. Die besten Chancen hat wohl Borussia Dortmund“, so die Einschätzung des Fachmanns.
Schmidt dankte Réthy für die interessanten Ausführungen und überreichte ihm zusammen Axel Kittler und Gabi Mernberger (beide Rewe) einen Präsentkorb, den REWE zur Verfügung gestellt hatte. Das Schlusswort war Landrat Kilian vorbehalten. Er bezeichnete den Abend als sehr unterhaltsam und informativ. Die Bedeutung des Sports in der Gesellschaft sei darin deutlich geworden. Dem Sportkreis machte er ein Riesenkompliment, denn ihm gelinge es immer wieder tolle Referenten zu verpflichten. Sein Dank galt auch der Naspa, die diese Veranstaltung ermöglicht habe und durch ihre Stiftung zahlreiche Verein in der Region unterstütze. Text: Michael Reitz


Uschi Ferry, Mitglied des Sportkreisvorstandes (r.), interviewte Béla Réthy über seine eindrucksvollsten Erlebnisse im Rahmen seines Reporterlebens. Foto: MRM

Alle Fotos: Michael Reitz
  
  

Fotos: Michael Reitz

1.12.2018 Wiesbadener Kurier
 
 
 
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