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veröffentlicht am 20.07.2021

Der Lotse geht von Bord

Manfred Schmidt verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Der Lotse geht von Bord
18.7.2021

Manfred Schmidt (Ehrenvorsitzender Sportkreis Rheingau-Taunus)

stehender Applaus für Manfred Schmidt. Foto: MRM

Idstein: Auf dem diesjährigen Sportkreistag des Sportkreis Rheingau-Taunus e.V. trat Manfred Schmidt, das Urgestein des Sports und des Ehrenamtes, im Rheingau-Taunus-Kreis nicht mehr zur Wahl an. Mit Wehmut verabschiedeten die Delegierten Schmidt. 

Neben den rund 70 Delegierten der Sportvereine und Verbände im Rheingau Taunus Kreis folgten sehr viele prominente Gäste der Einladung. Alle wollten teils durch Grußworte, Ansprachen und Gastgeschenke ihre Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken. Kein Wunder, denn Manfred Schmidt hatte sie durch Einsatz, Sachkenntnis und seine positive Einstellung zu den Aufgaben eines Vorsitzenden redlich verdient.
 
Staatsminister Peter Beuth, der Präsident des Landessportbundes Dr. Rolf Müller sowie die Vorsitzende der Sportjugend Hessen Juliane Kuhlmann, Landrat Frank Kilian, Bundes und Landtagsabgeordnete, Ronny Müller als Vertreter des Kreissportbundes Saale – Orla, Bürgermeister, befreundete Vorsitzende anderer Sportkreise und Verbandsvertreter. Es waren so viele Ehrengäste erschienen, dass nur wenige ihre ehrenden Worte persönlich vortragen konnten.
 
Dem stlv. Sportkreisvorsitzenden Helmut Heisen war es vorbehalten, seinen bisherigen „Chef“ und Freund Manfred Schmidt mit launischen Worten zu verabschieden. In einer nicht endenden wollenden Aufzählung seiner Eigenschaften wurde deutlich, welchen wertvollen Menschen der Sportkreis „verliert“. Dieser „Verlust“ wird aber dadurch relativiert, dass er seinem Naturell entsprechend zum Wohl des Sports jederzeit mit Rat und Tat, wenn gewünscht, zur Verfügung steht. Dem Vorstandsbeschluss, Manfred Schmidt zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, stimmten die Delegierten mit einem einstimmigen Votum zu.
 
Schmidt betonte nicht ohne Stolz, dass er „selbstbestimmt“ gehe und dabei einen leistungsstarken, innovativen und anerkannten Sportkreis hinterlasse. Dies guten Gewissens, da er der Überzeugung ist, seine Nachfolge und auch die Ressorts gut geregelt zu haben. Eine gute Mischung aus Erfahrung, Verjüngung und neuen „Gesichtern und einer quirligen Sportjugend. Seinem Nachfolger Markus Jestaedt und dem neuen Vorstand wünscht er alles Gute zum Wohl „seiner“ Vereine.
 
„Es hat Spaß gemacht, viel zu bewegen, zu fordern und zu fördern. Das Ehrenamt hat mein Leben bereichert – und man bekommt viel zurück“, so Schmidt. 
 
„Der Lotse geht von Bord, aber er hat dafür gesorgt, dass das Schiff „Sportkreis“ in sicheren Gewässern und auf Kurs bleibt. Diese Haltung zeichnet einen guten Vorsitzenden aus, und mein Freund Manfred Schmidt war ein sehr guter Vorsitzender.  Manfred war nie ein Mann des Strohfeuers. Eine u.a. nicht zu vergessende Meisterleistung war die Fusion der ehemals selbständigen Sportkreise Untertaunus und Rheingau. Er hat immer mehr als seine Pflicht getan, Dafür danke ich ihm. Der organisierte Sport in Hessen hat auch allen Anlass, ihm dankbar zu sein“, so der Präsident des Landessportbund Hessen, Dr. Rolf Müller, in seiner Laudatio.


v.l. Ehrenvorsitzender Manfred Schmidt, Lilo Frankenbach, Marlies Müller-Mosiek, Dr. Rölf Müller. Foto: MRM
 
Innen und Sportminister Peter Beuth erinnerte an mehrere Projekte, die man gemeinsam gestemmt habe. „Der scheidenden Vorsitzende sei das Gesicht, die Stimme und das Herz des Sportkreises gewesen und hinterlasse seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld“ unterstrich Beuth und wünschte Manfred Schmidt alles Gute.


v.l. Peter Beuth, Lilo Frankenbach, Manfred Schmidt
 
Juliane Kuhlmann in ihrer Laudatio: Ich habe Dich schon sehr früh schätzen gelernt, weil Du ein unheimlich fröhlicher, geselliger und äußerst liebenswerter Mensch bist – was aber nicht heißt, dass Du Dich nicht trotzdem mit Nachdruck und Durchsetzungsstärke in der Sache einsetzt. Ganz besonders Dein Einsatz für das Engagement junger Menschen und wie wunderbar es Dir gelingt, diese hierfür zu gewinnen. Unter Deiner Führung hast Du ein tolles Team mit aufgebaut, welches eine hessenweit beachtete funktionierende Jugendarbeit macht. Dafür, lieber Manfred, auch im Namen der Sportjugend Hessen von ganzem Herzen Danke.
 
Landrat Kilian und Ronny Müller (Kreissportbund Saale Orla)  bedankten sich ebenfalls für die gute, freundschaftliche Zusammenarbeit und wünschten alles Gute.
 
Wer ist eigentlich dieser Manfred Schmidt, der, immer gute Laune verbreitend, von Allen in seine Umwelt so geschätzt wird? Wer ist es, mit dem seine Vorstandskollegen, Vereine und Kontakte aus Sport und Politik stets mit vollem Einsatz selbst schwierigste Aufgaben und Projekte erfolgreich umsetzten?
 
Seine wichtigste Eigenschaft ist der volle Einsatz im Ehrenamt. Er hat allein in verschiedenen Funktionen 60 Jahre für den Sport gearbeitet und darüber hinaus u.a. als Vorsitzender seines Kirchenvorstandes, als Schulelternbeiratsvorsitzender, um nur einige zu nennen, gewirkt.
 
Schmidt gilt als verständiger und engagierte Sportfreund und leidenschaftlicher Sportfunktionär. Schmidt vertrat die Belange der Vereine seines Sportkreises in außerordentlicher Manier und hatte stets ein offenes Ohr für deren Sorgen und Nöte.
 
 „Auf Manfred Schmidt kann man sich immer verlassen“ hört man immer wieder von allen Seiten. Dies gehört zu den herausragenden Charaktereigenschaften von ihm. Für den Sportkreis, den Landessportbund, das Sportministerium, den Landkreis und die Kommunen und seinen Partnern und Kollegen ist er ein kompetenter Berater und ein treuer Freund. Eines seiner weiteren Attribute ist sein Frohsinn, den er immer und überall zeigt und der sich auf seine Mitmenschen überträgt.
Alle seine Tätigkeiten zeigen auch sein enormes Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen.
 
Kein Wunder, das er mehrfach geehrt wurde. Unter den vielen Auszeichnungen seien nur das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Ehrennadel in Gold des Landessportbundes und der Ehrenbrief des Landes Hessen erwähnt.
 
Ein Mensch, der für das Ehrenamt lebt und mit seiner menschlichen Art, selbst gegen große Widerstände, viel für den Sport, die Gesellschaft und das Ehrenamt erreicht hat geht von Bord. Er hinterlässt eine Lücke, ist aber natürlich nicht für das Ehrenamt ganz verloren. Wir werden Manfred bestimmt noch auf unseren Wegen treffen und freuen uns darauf.
 
Mit langem anhaltendem Applaus im Stehen würdigten die Delegierten und Ehrengäste das Wirken von Manfred Schmidt.
 
Manfred Schmidt verabschiedete sich von seinen Vereinen und Mitstreitern mit folgenden Worten und der Melodie:
 
"„It’s Time to Say Goodbye"
 
Nach über 25 Jahren verlasse ich nun selbst bestimmt, was mir wichtig war, die Kommandobrücke des „Schiffes“ Sportkreis Rheingau Taunus und gebe das Ruder in andere Hände.
Ich kann das guten Gewissens tun, da ich der Überzeugung bin, meine Nachfolge und auch die Ressorts der ebenfalls ausscheidenden Vorstandsmitglieder geregelt zu haben. Es ist eine gute Mischung aus Erfahrung, Verjüngung und neuen „Gesichtern“. Sie bedürfen später noch eurer Zustimmung.
Nicht ohne einen gewissen Stolz darf ich auf erfolgreiche Jahre mit meinem Vorstandsteam und unserer/meiner quirligen Sportjugend zurückschauen. Dafür danke ich allen sehr herzlich.
Ein weiteres Dankeschön geht an alle Mitarbeiterinnen im Sportkreisbüro (auch an frühere, die heute anwesend sind).
Meine persönliche Maxime hat eine Vorstandskollegin mal so ausgedrückt: Er verlangt viel, aber nie mehr, als er von sich selbst verlangt. Ich will dem mal nicht widersprechen.
Empathie war bei vielen meiner Entscheidungen ein guter Ratgeber.
Wir sind ein innovativer, immer nach vorne blickender leistungsstarker anerkannter Sportkreis und werden es auch bleiben. Unsere Vereine sind wirklich, wenn der Begriff manchmal überstrapaziert wird, der Kitt der Gesellschaft. Ohne sie wären wir ärmer und kälter.
 
MEIN DANKE GEHT AN:
  • Zuerst an meine Vereine mit ihrer ganzen Vielfalt und ihrem ehrenamtlichen Engagement, das gerade auch in schwierigen Zeiten vorbildlich war und ist. Danke auch an die Mitglieder die ihren Vereinen die Treue gehalten haben.
  • den Landessportbund Hessen – Unser Geheimnis: Wir waren Partner auf Augenhöhe, verständnisvoll, freundschaftlich und fair im Umgang. Danke lieber Rolf.
  • das Hessische Ministerium des Innern und für SPORT – Eine effektive und freundschaftliche Zusammenarbeit u.a.in vielen Projekt für unser „Sportland Hessen“ Danke lieber Peter.
  • den Rheingau Taunus Kreis – an den sportbegeisterten Landrat und die Sportkommission Danke lieber Frank
  • die Kommunen mit engagierten Bürgermeistern die Vertreter*innen des Land- und Bundestages, besonders an die heute dem Sportkreistag die Ehre geben.
  • die „Schullandschaft“ vom staatlichen Schulamt bis hin zu den Schulen, Andy gib es bitte weiter.
  • alle Sponsoren, die uns begleitet haben und hoffentlich auch künftig begleiten werden.
  • die Presse für die gute Zusammenarbeit und Berichterstattung, die wir uns gemeinsam erarbeitet haben
Ja, es ist an der Zeit „Time to say Goodbye“ zu sagen.
Es hat Spaß gemacht viel zu bewegen, die persönlichen und auch gewachsenen freundschaftlichen Kontakte haben mein Leben bereichert.
Denkt immer daran, das Ehrenamt ist eminent wichtig und unverzichtbar für unsere Gesellschaft und unsere sozialen Systeme. Freiwilliges Ehrenamt basiert auf persönlicher Motivation.
Zugegeben, manchmal nicht nur ein Vergnügen. Aber immer daran denken, Du bekommst für dich und dein Leben vieles zurück und Erfolgserlebnisse ermuntern immer wieder.
 
Ich bleibe dem Sport immer gerne verbunden.
 
Ja und ich freue mich, wenn wir uns „über den Weg laufen“ und will das nicht als eine übliche Plattitüde verstanden wissen. Messen wir uns gegenseitig daran.
 
Liebe Freundinnen und Freunde,
 
Sport ja ist bekanntlich die schönste Nebensache der Welt. Jetzt aber begebe ich mich zu der für mich wunderbaren Hauptsache.
Herzlichen Dank für die schöne Zeit und auf Wiedersehen, wo auch immer.
 
 Euer Manfred Schmidt“

     
Manfred Schmidt verabschiedet sich und geht in den Sportfunktiomärs-Ruhestand; Natürlich bleibt er dem Sport treu.

Text: Michael Hoyer



 
 
 
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