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veröffentlicht am 10.08.2021

Spät gestartet

Team Training der Dasbacher Schützen in Zeiten von Corona

Spät gestartet


v.l. Achim Weise, Claus Conrad, Matthias Schwender, Alexander Gangluff, Sander Nooij, Dirk Fuhrmeister, Christian Schrimpf, Jane Henz, Christoph Klug, Lucas Jourdan. Foto: Michael Hoyer

Michael Hoyer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand des Sportkreises Rheingau-Taunus besuchte seinen Heimatverein, den Schützenverein Falke Dasbach 1962 e.V., beim ersten Team-Leistungstraining der Luftpistolenschützen in diesem Corona Jahr. Alle Schützen, die am Training teilnehmen wollten, mussten nachweisen, geimpft, genesen oder getestet zu sein. Geleitet wurde das „Teamtraining“ von Ligakoordinator und Trainer Alexander Gangluff. 

Alexander Gangluff sagte zum Training, zunächst sei wieder wichtig, dass das Mannschaftsgefühl wieder hergestellt würde. Das Gefühl für Sportgerät und eines ausbalancierten Standes, sowie Körperstabilität müsse für einen guten Schuss,
insbesondere unter Wettkampfatmosphäre mit Störfaktoren (Kuhglocken, Ratschen, Klatschen), wieder entwickelt werden. Neben der Analyse des Inneren u. Äußeren Anschlags sei die Abzugskontrolle sehr wichtig, welche sich nach der langen Pause gut und dennoch als ausbaufähig erwiesen habe. Es war ein sehr, sehr gelungener Trainingstag, der möglichst als Freundschaftswettkampf gegen eine andere Mannschaft im September wiederholt werden soll,
so Gangluff.

Bei den Sportschützen hinterlässt die Coronapandemie seine Spuren. Rundenwettkämpfe und Meisterschaften sind seit mehr als einem Jahr ausgesetzt, so auch das reguläre Training. Die Falken sind einer von lediglich drei Schützenvereinen in Hessen, die an der mit 24 teilnehmenden Vereinen aus ganz Deutschland besetzten höchsten Liga vertreten sind.
Christian Schrimpf, Sportleiter der Dasbacher Schützen, sprach mit Hoyer über die Erfahrungen seines Vereins während der Corona Pandemie und die weiteren Planungen für die 1. Bundesliga und den Verein:

Die neue Bundesligasaison wird im fernen Fahrdorf starten. Es folgt der Saison-Höhepunkt in der Idsteiner Taubenberghalle Ende Oktober, die trotz Corona-bedingten Beschränkungen eine konzentrierte und motivierende Wettkampfatmosphäre bieten wird. „Noch 2 Monate verbleibende Zeit sind für Technik und Leistungs-Training nicht üppig; – wir wollten sie optimal nutzen. Daher fände ein ganztägiges Bundesliga-/Leistungstraining statt“, so Schrimpf.

Natürlich haben die Schützen ihre Hausaufgaben gemacht und alleine zuhause trainiert. „Doch erst nach vielen Zweitimpfungen werde, trotz Maske und weiterhin bestehenden Hygienemaßnahmen, der Umgang im Schützenhaus langsam wieder „normal“. Wir setzen auf Motivation und auch auf viel Spaß bei unseren konzentrierten und das Team festigenden Trainingseinheiten. Wir wissen, wir können auf ein starkes Team in der Bundesliga bauen, so vielfältig an Erfahrung und Leistung, so stark ist das Team insgesamt.“

Nicht umsonst wurde Falke Dasbach zur Mannschaft des Jahres 2019 gewählt. „Daran wollen wir wieder anknüpfen, auch, wenn es auf Grund der Umstände ein nicht ganz einfacher Start werden wird. Das ahne jeder der Teammitglieder. Das Team sei gut aufgestellt und sehr motiviert.“
Es gibt auch Schützen, die nach den Corona-bedingten Einschränkungen zunächst aussetzten oder sich beruflichen neu orientierten. Der Schießsport ist in den Hintergrund getreten und wird hoffentlich in der nächsten Phase auch wieder in den Fokus kommen.
Die Falken haben ehrgeizige Ziele, die es nun mit Bedacht anzugehen gilt. „Jedes einzelne Teammitglied sei wichtig. Um jeden muss sich bemüht werden, auch, gerade dann, wenn es mal nicht so läuft. Das sei ganz normal und gehöre dazu. Stärke sei, aus den Schwächen zu lernen, sich verbessern zu können und aus Leistungstiefs auch wieder herauskommen zu können. Jeder noch so kleine Fortschritt sei anerkennenswert“, so der Sportleiter.

Die Hoffnung des Vereins insgesamt und auch der anderen Mannschaften ist es, dass es nicht zu erneuten „Corona“ Einschränkungen des Sport Betriebs kommt. Die Wettkämpfe in der Hessenliga und darunter bis hin zu den Freundschaftsrunden seien derzeit als Fernwettkämpfe angedacht. „Dies sei angesichts der drohenden „4. Welle“ angemessen. Es sei zu hoffen, dass bald ein guter Schutz der Gesellschaft durch eine hohe Impfquote gegeben sein wird, die auch Aktivitäten und Vorbereitungen von Vereinen, wie dem SV Falke Dasbach, nicht mehr ausbremsen könnten,“ so Schrimpf.

Die Anzahl der Mitglieder des Vereins hat sich glücklicherweise nicht verringert und konnte trotz der Coronapandemie sogar leicht gesteigert werden. Schrimpf führt dies auf den Bekanntheitsgrad des Vereins zurück, da insbesondere erfahrene Schützen, auch aus dem Juniorenbereich, beigetreten sind. „Das breite Leistungsniveau der Falken, zusammen mit der Präsenz in den höchsten Ligen, sei ein Ansporn für ambitionierte Leistungsschützen. Auch die Trainingsbedingungen seien in Dasbach, für alle Disziplinen des Deutschen Schützenbundes, optimal und im Rahmen der Corona Vorschriften in vollem Umfang möglich. Der Verein habe zahlreiche Maßnahmen und Umbauarbeiten durchgeführt, um für die größtmögliche gesundheitliche Sicherheit seiner Vereinsmitglieder zu sorgen.“

Im Jahr 2015 wurde das deutsche Schützenwesen von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt. Auch in diesem Sinne werde der Schießsport, auch bei den Falken, „von Menschen jeden Alters und Geschlechts, und zwar unabhängig von religiösem Bekenntnis, sexueller Orientierung, ihrer Herkunft, sonstiger individueller Ausrichtung und von Menschen mit körperlicher Behinderung ausgeführt“ führte Schrimpf abschließend aus.

Hoyer bedankte sich für das informative Gespräch bei Sportleiter Christian Schrimpf und die Einladung und wünscht dem Verein gutes Gelingen und weiterhin viel Erfolg. Text: Michael Hoyer


Die Nr. 1 der Falken, Sander Nooij, bei der Trainingsanalyse mit Trainer Alexander Gangluff. Foto: Michael Hoyer


Die Aktiven beim Lösen einer Trainingsaufgabe unter den kritischen Augen von Alexander Gangluff und Christian Schrimpf. Foto: Michael Hoyer


Dirk Fuhrmeister konzentriert und fokussiert. Foto: Michael Hoyer


Christian Schrimpf, vorne, im angeregten Fachgespräch mit Alexander Gangluff. Foto: Michael Hoyer


Gemeinsames Mittagessen im Vereinsheim. Foto: Michael Hoyer





 
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